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gypsy goes jazz #115: Der Pianist Fred Hersch (25.02.2021, 22:05)

...Fred Hersch kam 1955 in Cincinnati zur Welt. Schon als Kind spielte er Klavier, erhielt bald Privatunterricht. Gegen Ende der High School entdeckte den Jazz. Als im Winter 1973/74 wegen der Energiekrise sein College einige Wochen länger schloss, brachte er erstmals den Mut auf, daheim in Cincinnati in Jazzclubs zu fragen, ob er mitspielen dürfe. Hersch lernte das Jazzhandwerk auf der Bühne, im Spiel mit lokalen Formationen. 1977 ging er nach Boston, wo er bei Jaki Byard studierte, Ende der Siebziger zog er dann weiter nach New York, wo er sich längere Zeit mit schlechten Gigs über Wasser hielt. Die Begegnung mit dem Bassisten Sam Jones und später Gigs mit dem Trompeter Art Farmer und dem Saxophonisten Joe Henderson brachten ihn auf die Spur. Mit 30 nahm Hersch sein Debutalbum als Leader auf - in derselben Zeit, als er an AIDS erkrankte. Hersch überlebte die damals nicht therapierbare Krankheit knapp, in den Neunzigern gehörte er zu den wenigen Jazzmusikern, die offen zu ihrer Homosexualität standen. Seine Nahtoderfahrung liess ihn eine neue Lockerheit finden. Er muss, so Hersch, niemandem mehr etwas beweisen. In New York kam er im Umfeld des Bradley's, einem unter Pianisten beliebten Club, in Kontakt mit verschiedenen Kollegen und Vorbildern wie Tommy Flanagan, Jimmy Rowles oder Kenny Barron. Hersch hat mit seinem Trio und auch als Solist inzwischen unzählige Alben aufgenommen, mehrere davon im legendären New Yorker Club, dem Village Vanguard. Manchmal versammelt er im Studio auch grössere Formationen oder tritt mit anderen Musikern auf, zum Beispiel mit dem Gitarristen Julian Lage.
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