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gypsy goes jazz #107: Gary Peacock in Japan (15.10.2020, 22:00)

...Anfang September verstarb der grosse Jazzbassist Gary Peacock im Alter von 85 Jahren. Seine Karriere war lang, seine Biographie schlug ein paar Haken, doch als Musiker blieb er sich immer treu. In den Fünfzigern kam er mit der Army nach Deutschland, wo er u.a. mit Hans Koller und Albert Mangelsdorff spielte. Dann tauchte er in Kalifornien bei Bud Shank auf, nahm aber auch bei den Aufnahmen für ein Album der aus Texas zugezogenen Saxophonisten Prince Lasha und Sonny Simmons teil. 1962 zog Peacock nach New York, wo er sich bald mitten in der jungen Avantgarde fand, die in New York die Fire Music, den Free Jazz, entwickelte. Er spielte mit Jimmy Giuffre, Roland Kirk oder Archie Shepp und war kurze Zeit der Bassist im Trio des Pianisten Bill Evans, bevor er 1964 zu Albert Aylers Gruppe stiess. Daneben spielte Peacock und immer wieder mit dem Pianisten Paul Bley und für kurze Zeit auch mit dem Quintett von Miles Davis. In den späten Sechzigern ging es mit seiner Gesundheit bergab. Alkohol, Drogen und eine Begegnung mit Timothy Leary führten am Ende dazu, dass er jegliche Lust am Musizieren verlor - und damit aufhörte. Peacock begann, sich in die makrobiotische Ernährung und in fernöstliche Philosophie zu vertiefen und zog schliesslich für zweieinhalb Jahre nach Japan. Dort fand er wieder zur Musik – und im Pianisten Masabumi Kikuchi einen hervorragenden Partner, mit dem 1970/71 verschiedene Alben entstanden. Daraus präsentiert die Sendung ein paar Kostproben, die vom konventionellen Klaviertrio über ein Quartett mit zwei Schlagzeugern zu einer Session mit Shakuhachi führen, der traditionellen japanischen Bambusflöte. Damit begann der lange und reichhaltige zweite Karriereabschnitt von Gary Peacock, doch nach seiner Rückkehr in die USA 1972 schrieb er sich erstmal für ein Biologiestudium ein, das er 1976 abschloss. Er nahm seine Zusammenarbeit mit Paul Bley wieder auf und begann, für das Münchner Label ECM eine Reihe von Alben als Leader aufzunehmen. Für das erste stellte er 1977 ein Trio mit dem Pianisten Keith Jarrett und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette zusammen. Daraus wurde das berühmte "Keith Jarrett Standards Trio", das bis vor einigen Jahren mit seiner oft phänomenalen Musik grosse Erfolge feierte und um die Welt tourte.
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