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Slow Drive to South Africa #2: Swing, Majuba, Sax Jive, Mbaqanga (23.08.2016, 22:00)

Die zweite Folge mit Musik aus Südafrika präsentiert Jazz von Mitte der Fünfzigerjahre bis Mitte der Sechzigerjahre. In diesem Jahrzehnt entwickelte sich die anfangs eng an den amerikanischen Jazz angelehnte Musik zu einer eigenständigen Spielform des Jazz und entfernte sich immer stärker vom Vorbild. Der "African Jazz", der vornehmlich aus Südafrika stammt, mischte anfangs den Big Band-Sound der Swing-Ära mit Elementen des Marabi. Gegen Ende der Fünfzigerjahre teilte sich die Entwicklung entzwei.

Es entstand einerseits eine moderne Spielweise, an den Bebop und Hard Bop angelehnt - diesen "high brow"-Stil prägten Gruppen wie die Jazz Epistles (mit Dollar Brand am Klavier, der sich später Abdullah Ibrahim nennen sollte) oder die Blue Notes, die wiederum im europäischen Exil in den Sechzigerjahren zum Free Jazz und der Avantgarde durchbrachen. Heute geht es jedoch um den anderen Entwicklungsstrang, der tanzbar blieb und eine populäre Spielweise verfocht, den Sax Jive (es gab auch Organ Jive, Accordion Jive ...), aus dem um 1964 der Mbaqanga entstand. 

Todd Matshikiza erinnerte sich in einem Artikel, den er 1957 für die Zeitschrift "Drum" schrieb, wie er mit einigen Kollegen zurück fand zu einer eigenständigen Spielweise, die es vor dem Siegeszug des Swing und anderer US-Einflüsse schon einmal gegeben hatte:

We [the Harlem Swingsters] took him [Gray Mbau] with us to Potchefstroom on another trip, where African Jazz was reborn. The original product – Marabi – had died when American swing took over. Gray [Mbau], Taai [Shomang], Gwigwi [Mrwebi], and I recaptured the wonderful mood over an elevating early breakfast of corn bread and tea in the open air after heavy a drinking bout the previous evening. Gray put the corn bread aside and started blowing something on the five note scale. We dropped our corn bread and got stuck into Gray’s mood. And that is how some of the greatest and unsurpassed African Jazz classics were born. “E-Qonce”, “E-Mtata”, “Majuba”, “Fish and Chips” were born out of that combination of the Harlem Swingsters whose passing remains today’s greatest regret. We invented “Majuba” jazz and gave jive strong competition. We syncopated and displaced accents and gave endless variety to our ‘native’ rhythms. We were longing for the days or Marabi piano, vital and live. Blues piano, ragtime piano, jazz band piano, swing and modern piano had taken it away from us. And here now we are seedling it again with new blood in its veins. It was Tebejana’s [a famous marabi pianist] original material, but treated freshly with a dash of lime.

Die Musik wurde schneller, härter, lebte von repetitiven Bläsern-Riffs über synkopierten Beats, von einfachen Rhythmus-Patterns, die elektrische Gitarre und bald auch die Bassgitarre wurden zu wichtigen Elementen. Die Sendung verfolgt die Entwicklung vom Swing zum "African Jazz" (auch "Majuba" genannt), weiter zum Sax Jive und schliesslich zum Mbaqanga. Wir hören Musik von Ntemi Piliso, Gwi Gwi Mwrebi, Todd Matshikiza, Spokes Mashiyane, den Jazz Maniacs oder den Sharpetown Swingsters (auf dem Photo).

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