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gypsy goes jazz #30 (03.03.2016, 22:05) - Brownie: der Trompeter Clifford Brown

When I think of Brownie, it is with love and appreciation for all the happiness he brought to me, both musically and personally. He was a sweet, beautiful individual. (Max Roach)

Clifford Brown kam im Oktober 1930 in Wilmington (Delaware) zur Welt. Mit 13 erhielt er seine erste Trompete, zeigte zunächst aber kein besonderes Interesse an der Musik. Er stiess dann zur Band seiner High School und als er 1946 abschloss, hatte er ein gutes Ohr für den Jazz entwickelt. Zwei Jahre später trat er in und um Philadelphia herum auf, spielte mit der Band des Maryland State College, erlitt im Juni 1950 aber einen Autounfall, der ihn für fast ein Jahr ausser Gefecht setzte.

Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mit seinem grossen Idol Fats Navarro wie auch mit Dizzy Gillespie, Charlie Parker und anderen aussergewöhnlichen Musikern gespielt. Im Mai 1951 stiess er zu Chris Powell and His Blue Flames und tourte bis im März 1952 mit dieser Rhythm & Blues-Band, verdiente sich seine Sporen ab. Im Juni 1953 startete Brown durch: binnen zweier Wochen Mitte Juni hatte er drei Sessions eingespielt, für Blue Note je eine mit Lou Donaldson und J.J. Johnson, für Prestige eine mit Tadd Dameron. Blue Note nahm als Resultat im August Browns erste Leader-Session auf. Brown hatte da bereits bei Lionel Hampton unterschrieben, der mit einer exzellenten Band zu einer Europa-Tour aufbrach. Mit dabei waren neben Brown auch Art Farmer, Quincy Jones, Jimmy Cleveland oder Gigi Gryce. Hamp untersagte ihnen, in Europa unter eigenem Namen Aufnahmen zu machen, doch zum Glück hielten sich die Sidemen nicht daran. Brown machte - meist mit Gryce als Co-Leader - eine ganze Menge von Aufnahmen, die vom Quartett mit dem französischen Pianisten Henri Renaud bis zur Big Band reichten.

Zurück in den USA trat Brown an der Seite von Lou Donaldson und Horace Silver mit Art Blakey auf, im Birdland wurden Live-Aufnahmen für Blue Note mitgeschnitten. Down Beat wählte ihn 1954 zum "new star of the year". Brown ging dann nach Kalifornien, um zur neuen Combo von Max Roach zu stossen, der vom jungen Trompeter so angetan war, dass er ihn kurzerkand zum Co-Leader machte. Mit Roach entstanden mehrere Alben, die Combo - zunächst mit Sonny Stitt bzw. Teddy Edwards am Tenorsax, später für längere Zeit mit Harold Land, zuletzt mit Sonny Rollins - wuchs schnell zu einer der wichtigsten Formationen des Hard Bop heran.

Brown nahm für Mercury/EmArcy aber auch ein Album mit Streichern auf, wirkte als Begleiter von Helen Merrill und Sarah Vaughan, nahm an ausgiebigen Jam Sessions mit Dinah Washington teil, ebenso wie an All Star-Sessions mit Herb Geller, Joe Maini und anderen. Viel zu früh starb Brown im Juni 1956, noch nicht 26 Jahre alt, bei einem tragischen Autounfall.

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